Wenn mit Strafanzeige gedroht wird

Eines vorweg: Wegen einer Straftat kann man erst ab dem 14. Geburtstag belangt werden –  das meint § 19 StGB mit „Strafmündigkeit“.

Wird wie oft ein Betrugsvorwurf erhoben (§ 263 StGB) beachten Sie: dieser setzt Bereicherungsabsicht voraus. Ihr Kind müsste sich also z.B. bewusst mit einem falsches Geburtsdatum angemeldet haben, wohl wissend, dass es sich nachher auf die Ungültigkeit des Vertrages berufen könnte, um die geltend gemachte Forderung nicht zu zahlen. Bei der klassischen Online-Abo-Falle, bei der sich der Anmeldende ja gerade nicht über die Kostenpflichtigkeit bei der Anmeldung bewusst ist, dürfte aber nur schwerlich der Verdacht einer Bereicherungsabsicht naheliegen.

Auch wenn Ihnen als Erziehungsberechtigten eine Aufsichtspflichtverletzung vorgeworfen wird und hieraus Ansprüche geltend gemacht werden, ist dies sorgfältig zu prüfen – so schnell hängen Sie nämlich nicht in der Haftung nach § 832 BGB.

 

 

Und vergessen Sie nicht:

Wenn die vorherigen Ausführungen zudem auf die Anmeldung Ihres Kindes zutreffen, können Sie natürlich bereits den Vertragsschluss als solchen bestreiten, sich daneben auf die Konsequenzen der Minderjährigkeit berufen, daneben anfechten und widerrufen!