Betrugsmaschen mit Coronavirus

Betrugsmaschen in Zeiten von Corona: Polizei warnt vor Abzockmethoden

Das Coronavirus beherscht die Schlagzeilen der Welt. Viele Verbraucher sind verunsichert und haben Angst um ihre eigene Gesundheit und die anderer. Die Polizei warnt vor skrupellosen Betrügern, die diese Situation schamlos ausnutzen, um sich eine goldene Nase zu verdienen.

Stand der Informationen : März 2020

Fake-Shops mit Hygiene-Artikeln

Achtung vor Medizin-Fakeshops, die Desinfektionsmittel, Atemmasken und anderen medizinischen Bedarf anbieten. Die Betreiber dieser Shops machen sich die Angst der Menschen sowie Engpässe zu Nutze. Sie kopieren und verwenden den Namen eines real existierenden Unternehmens, um angeblich Produkte anzubieten. In Wahrheit existiert der Shop jedoch nicht.

Wichtig: Bezahlen Sie auf keinen Fall, wenn Sie Zweifel haben!

Wir informieren, wie Sie Fake-Shops im Internet erkennen können und geben Tipps.

 

Wie erkenne ich unseriöse Anbieter?

  • Handelt es sich um eine auffällige Internetadresse? Wenn die Adresse wie die eines bekannten Shops klingt und zum Beispiel nur einzelne Buchstaben abweichen oder wenn die Adresse nicht zum Inhalt der Seite passt, sollte man misstrauisch werden.

  • Ist das Impressum vollständig und korrekt? Jede geschäftsmäßige Internetseite muss ein Impressum haben.

  • Ist eine Telefonnummer angegeben? Sofern niemand während der Geschäftszeiten unter der angegebenen Nummer abhebt oder kein Kontakt per E-Mail möglich ist, sollten Verbraucher keine Bestellung aufgeben.

  • Werfen Sie einen Blick in die AGB und die Widerrufsbedingungen: Fehlen diese oder sind sie in schlechtem Deutsch verfasst, sollten Verbraucher auf den Kauf verzichten.

  • Sind die Preise mit allen Kosten (Versandkosten und Mehrwertsteuer) übersichtlich dargestellt und leicht zu finden?

  • Werden mehrere unterschiedliche Zahlungsmöglichkeiten angeboten? Ist mindestens eine dabei, die unentgeltlich ist? Sobald nur Vorkasse in Form einer Überweisung möglich ist, sollten Sie alarmiert sein und keine Bestellung tätigen. Sicherer ist die Bestellung auf Rechnung oder per Kreditkarte.

  • Ist das Angebot extrem günstig und häufen sich entsprechende Angebote auf der Webseite?

  • Gibt es verifizierte Gütesiegel? Seriöse Gütesiegel wie "Trusted Shops" müssen eine Verlinkung zum Siegelbetreiber haben.

  • Erkundigen Sie sich vor dem Kauf über den Online-Shop in Bewertungsportalen.

  • Ist die Datenübertragung verschlüsselt (am Schloss-Symbol im Browserfenster zu erkennen)?

Achtung vor Phishing Mails

Eine alte Methode, die von Betrügern nun neu aufgelegt wird, sind sogenannte Phishing-Mails.

Verbraucher erhalten E-Mails, in deren Anhang sich angeblich wichtige Informationen der WHO zum Coronavirus befinden. Öffnen Sie auf keinen Fall den Anhang und klicken Sie auf keine Links. Es könnten Computerviren dahinter lauern.

Eine weitere Masche sind Phishing-Mails, in denen die Betrüger behaupten, Filialen einer Bank oder Sparkasse werden zum Schutz der Mitarbeiter geschlossen. Die Kunden sollen über einen Link ihre Daten (Name, Kontonummer, etc.) überprüfen, um in dieser Situation weiterhin Services in Anspruch nehmen zu können.

Geben Sie keine Daten ein, da diese abgefangen und für betrügerische Zwecke genutzt werden.

Wir raten: Öffnen Sie niemals E-Mail-Anhänge, deren Absender Sie nicht kennen und klicken Sie nicht auf Links von unbekannten Absendern.

Angebliche E-Mails der Weltgesundheitsorganisation WHO

Eine weitere Betrugsmasche: E-Mails, die angeblich vom Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verfasst wurden.

Darin werden Sie aufgefordert, auf einen Link zu klicken, um dort persönliche Angaben zur Corona-Pandemie zu machen.

Löschen Sie diese E-Mail am besten direkt. Klicken Sie auf keinen Fall auf die entsprechenden Links.

Auch die WHO warnt vor derartigen E-Mails und erklärt: Daten wie Benutzernamen oder Passwörter würden niemals auf diesem Wege abgefragt werden. Auch würde die Weltgesundheitsorganisation keine Links, die auf externe Internetseiten weitergeleitet werden, verschicken.

Abzocke: Erhöhte Preise für Desinfektionsmittel, Atemschutzmasken & Co.

Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken sind in Drogerien, Apotheken oder Supermärkten kaum noch zu bekommen. Viele Verbraucher weichen in den Online-Handel aus. Doch auch dort sind diese Artikel sehr gefragt, was unseriöse Anbieter dazu veranlasst, die Artikel zu übertrieben hohen Preisen anzubieten.

Grundsätzlich dürfen Online-Shops ihre Preise selbst festlegen, da in Deutschland Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Allerdings bildet der Rechtsbegriff des Wuchers hier die zulässige Grenze.

Von Wucher spricht man dann, wenn jemand eine Schwächesituation oder Zwangslage ausnutzt, um Waren überteuert zu verkaufen. Und zwar so teuer, dass Leistung und Gegenleistung nicht mehr im Verhältnis stehen.

An Wucher können zivil- und strafrechtliche Folgen geknüpft sein. Ob Wucher bei den erwähnten Online-Shops tatsächlich vorliegt, muss im Einzelfall gerichtlich geklärt werden.

Tipp: Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife ist laut zahlreichen Experten ein guter Weg, um eine Ansteckung mit Covid-19 zu vermeiden. Sie können sich also auch ohne Desinfektionsmittel schützen.

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